Bildung für nachhaltige Entwicklung in den Kitas der GE Rehlingen-Siersburg stärken

Beim zweiten Netzwerktreffen der Multiplikatorinnen für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) der Gesamteinrichtung Rehlingen-Siersburg der Katholischen KiTa gGmbH Saarland kamen pädagogische Fachkräfte zusammen, um sich über nachhaltige Bildungsarbeit auszutauschen und neue Impulse für die Praxis zu erhalten.
Geleitet wurde das Treffen von Kirsten Dembowski, Pädagogin und Referentin für Bildung für nachhaltige Entwicklung mit dem Schwerpunkt frühkindliche Bildung. In ihrer Arbeit verbindet sie Nachhaltigkeit, Achtsamkeit und praxisnahe Methoden und zeigt auf, wie globale Themen kindgerecht und alltagsnah in den Kita-Alltag integriert werden können.
Ein besonderer Einstieg gelang über einen Yoga-Impuls unter dem Motto „Wir begrüßen die Welt“. Körperwahrnehmung, Achtsamkeit und globales Denken wurden miteinander verbunden und eröffneten einen niederschwelligen Zugang zum Thema BNE. Gemeinsam wurde erarbeitet, wie solche Impulse im Morgenkreis, während der Ruhezeit oder auf dem Außengelände umgesetzt werden können.
Ein weiterer Höhepunkt war die kreative Übung „Therapieplan für die Erde“. Die Teilnehmenden setzten sich damit auseinander, woran die Erde leidet – etwa an Erschöpfung, Ausbeutung oder Ressourcenknappheit – und welche „Therapie“ sie braucht. Im Mittelpunkt standen dabei Werte wie Dankbarkeit, Empathie und das bewusste Beginnen bei sich selbst. Besonders wichtig war dabei der pädagogische Blick: Kinder sollen sensibel an das Thema herangeführt werden, ohne Ängste zu wecken, sondern mit dem Fokus auf Handlungsmöglichkeiten.
Im Austausch miteinander wurde sichtbar, wie vielfältig Bildung für nachhaltige Entwicklung bereits in den Kitas gelebt wird. Genannt wurden unter anderem Tauschregale, Hochbeete, Regentonnen und Komposter, die Verankerung von BNE in den pädagogischen Konzepten, die Auseinandersetzung mit Kinderrechten, ressourcenschonendes Handeln im Alltag sowie das Kennenlernen anderer Kulturen. Auch kleine Schritte, wie das Gießen von Pflanzen mit Wasserresten oder das bewusste Gestalten von Frieden im Alltag, wurden als wertvolle Beiträge benannt.
Die Kindertageseinrichtungen wurden im vergangenen Jahr als „Kitas der Nachhaltigkeit“ zertifiziert und führen nun die begonnene Arbeit konsequent weiter. Das Netzwerktreffen bietet hierfür eine wichtige Plattform, um Erfahrungen auszutauschen, neue Ideen zu entwickeln und nachhaltiges Denken dauerhaft in der pädagogischen Arbeit zu verankern.
Das Treffen machte deutlich, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung bereits im frühen Kindesalter beginnt und durch viele kleine, bewusste Schritte im Alltag wirksam wird. Neben den pädagogischen Fachkräften nehmen auch die Kinder selbst eine wichtige Multiplikatorinnen- und Multiplikatorenrolle ein, indem sie ihre Erfahrungen, Ideen und ihr neu gewonnenes Bewusstsein in ihre Familien und ihr Umfeld tragen. Die gewonnenen Impulse fließen nun in die weitere Arbeit der Kitas ein und stärken gemeinsam das Engagement für eine nachhaltige Zukunft.
