Die Macht der Worte

Am Mittwoch, dem 14. Januar 2026, lud die Gesamtleiterin der GE Saarlouis Simone Speicher, die Auszubildenden und Hauswirtschaftskräfte ihrer Kitas zu einer besonderen Schulung ein.
Die Macht der Worte - Adultismus in der Kita
lautete der Titel, der im wahrsten Sinne des Wortes sehr mächtig klingt.
Nichtsdestotrotz wurde die Einladung von sehr vielen Mitarbeitenden angenommen, sodass sogar ein zweiter Termin am 04.02.26 und ein Dritter für neue Mitarbeitende am 25.03.26 stattfindet.
Nicole Müller, ständige stellvertretende Leitung der Kita Hl. Dreifaltigkeit Fraulautern, brachte den Teilnehmenden das schwer anmutende Thema praxisnah und kurzweilig als Referentin näher.
Nach einer Begrüßung durch Frau Speicher und einer kleinen Vorstellungsrunde machten sich die Teilnehmenden zuerst ein paar Gedanken zu den Fragen „Welches Bild vom Kind habe ich? Was macht für mich Kindheit aus?“.
Um den Fachbegriff Adultismus zu klären, wurde der Begriff definiert und geklärt, was sich dahinter verbirgt. Die Teilnehmenden beteiligten sich rege und sammelten weiter adultistische Sprüche, die sie in ihrer Kindheit zu hören bekamen. An einem Fallbeispiel und einem Auszug aus dem Bilderbuch „Willst du nicht wenigstens mal probieren“ von F. Grolimund und S. Rietzler verdeutlichte die Referentin nochmal, wie sich Adultismus äußert. Zusammen erarbeiteten die Teilnehmenden Beispiele, wie es besser gehen könnte. Besonders am Beispiel des Essens konnte auch deutlich gemacht werden, dass Adultismus allgegenwärtig und „Normalität“ ist. Der Erwachsene muss sich seiner Verantwortung als Vorbild und Beziehungsgestalter bewusst sein, sein Verhalten reflektieren und fähig sein, sich in das Kind hinein zu versetzen.
Die Referentin informierte die Teilnehmenden über entwicklungspsychologische Hintergründe und berichtete aus ihrem praktischem Erfahrungsschatz, sodass die große Bedeutung des Themas für den Arbeitsalltag in der Kita herausgestellt werden konnte.
Da der Kinderschutz in der täglichen Arbeit in der Kita an erster Stelle steht, erhielten die Teilnehmenden einen Exkurs zum Thema Kinderrechte, Lob versus Wertschätzung, Strafe versus Konsequenzen sowie Regeln und
Grenzen. Auch hier wurde an Beispielsätzen verdeutlicht, welch unterschiedliche Wirkung Sprache haben kann.
Per Definition beschreibt Adultismus das Machtungleichgewicht zwischen Kindern und Erwachsenen und wird als erste Diskriminierungsform bezeichnet, die jeder Mensch wohl erlebt hat. Deshalb wurde auch noch kurz die Brücke zum Thema Macht und den vier Machtebenen im pädagogischen Alltag sowie Diskriminierung geschlagen.
In den Gesichtern der Teilnehmenden war Verwunderung und Erstaunen zu vernehmen. Dies zeigte, dass Ihnen die Tragweite adultistischer Sprache bewusst wurde.
Zum Schluss erhielten die Teilnehmenden natürlich noch einige Tipps und Handlungsstrategien an die Hand, die sie im Gespräch mit den Kindern unterstützen und somit dazu beitragen von der “Sprachgewalt” zum “Wörterzauber” zu gelangen. Eine umfangreiche Literaturauswahl und Materialien zum Mitnehmen luden die Teilnehmenden zum Stöbern ein und weckten vielleicht das Interesse, sich näher mit diesem wichtigen Thema zu beschäftigen.
Ein herzliches Dankeschön geht an alle Teilnehmenden für ihr Interesse, ihre Aufmerksamkeit und ihre aktive Mitarbeit bei der Schulung sowie in ihrer täglichen Arbeit, damit Kinderschutz in unseren Einrichtungen gelingt.
"Achte auf deine Worte.
Wenn sie einmal gesagt sind,
können sie nur vergeben,
nicht vergessen werden."
Unbekannt
