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Die kath. Kita St. Hildegard in Neuweiler erlebt ein besonderes Projekt zur Gewaltfreien Kommunikation

Die Giraffenmama feierte gemeinsam mit Kindern und pädagogischen Fachkräften ein Wiedersehensfest
Datum:
8. Juli 2026
Von:
Kath. Kita St. Hildegard in Neuweiler

Über mehrere Wochen begleitete eine kleine Babygiraffe die Kinder der KiTa St. Hildegard auf einer ganz besonderen Reise. Im Rahmen des Projektes „Wörterzauber – Gewaltfreie Kommunikation“ lernten die Kinder spielerisch die Grundlagen dieser Methode nach Marshall B. Rosenberg kennen. Als Sprach-Kita legt die Einrichtung besonderen Wert auf alltagsintegrierte sprachliche Bildung. Dieser Schwerpunkt wurde auf kreative und alltagsnahe Weise umgresetzt.

Im Mittelpunkt des Projektes stand eine kleine Babygiraffe, die sich von ihrer Mama verirrt hatte. Gemeinsam nahmen die Kinder das Giraffenbaby liebevoll in ihre Gemeinschaft auf und begleiteten es durch verschiedene Erlebnisse. Schritt für schritt setzten sie sich dabei mit den vier Bausteinen der Gewaltfreien Kommunikation – kurz: GfK – auseinander.

Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis und Bitte.

Mit Geschichten, Rollenspielen, Symbolkarten, kreativen Angeboten und vielen Gesprächen lernten die Kinder zunächst, genau hinzuschauen und Beobachtungen von Bewertungen zu unterscheiden. Anschließend beschäftigten sie sich mit Gefühlen und lernten, diese bei sich selbst und anderen wahrzunehmen und zu benennen. In einer weiteren Einheit entdeckten sie, dass hinter jedem Gefühl ein Bedürfnis steckt und dass die Bedürfnisse aller Menschen gleich wertvoll sind. Abschließend erfuhren die Kinder, wie wichtig es ist, Bitten freundlich zu formulieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Ein besonderer Höhepunkt des Projektes war die Suche nach der vermissten Giraffenmama. Gemeinsam gestalteten sie Vermisstenplakate, die gut sichtbar am Zaun der KiTa aufgehängt wurden. Damit wollten sie nicht nur der kleinen Babygiraffe helfen, sondern hofften auch auf die Unterstützung der Menschen aus Neuweiler.

Die Begeisterung der Kinder war von Tag zu Tag spürbar. Immer wieder hielten sie auf dem Außengelände Ausschau nach neuen Spuren und überlegten gemeinsam, wo sich die Giraffenmama wohl befinden könnte. Die Geschichte wurde zu einem festen Bestandteil ihres KiTa-Alltags und regte ihre Fantasie ebenso an wie ihr Mitgefühl und ihre Hilfsbereitschaft.

Der krönende Abschluss ließ nicht lange auf sich warten: Während die Kinder erneut auf Spurensicherung waren, erschien am Gartenzaun ein Polizist und fragte: „Seid ihr die Kinder der Kita St. Hildegard? Sucht ihr eine Giraffenmama?“ Er kam zu uns in die Kita und erzählte, dass sich aufgrund der Vermisstenanzeigen viele Menschen auf der Wache meldeten. Gleichzeitig lobte er die Kinder, für ihre tolle Idee und erklärte ihnen, dass auch im echten Leben Vermisstenanzeigen und die Mithilfe der Bevölkerung eine wichtige Rolle spielen, wenn Menschen oder Tiere vermisst werden. Bevor der nette Polizist ging, übergab er den Kindern einen Brief von der Giraffenmama an ihr kleines Giraffenbaby. Wir lasen ihn gemeinsam. Darin stand, dass die Mutter unendlich froh ist, dass sie nun weiß wo sich ihre kleine vermisste Frieda aufhält. Alle warteten seitdem gespannt auf das nicht mehr allzu lange Wiedersehen Zwischen Giraffenmama und Baby.

Am nächsten Tag war die Freude riesig, als die Giraffenmama tatsächlich in der KiTa eintraf und ihre kleine Frieda nach langer Suche wieder in die Arme schließen konnte. Gemeinsam feierten Kinder und pädagogische Fachkräfte ein fröhliches Wiedersehensfest.

Das Projekt wurde von der Sprachfachkraft Inka Hartz begleitet und Ideen, Anregungen und Wünsche der Kinder wurden berücksichtigt, sodass es zu ihrem Projekt mit dem Namen „Wörterzauber“ wurde. Ziel war es, den Kindern Werte wie Empathie, Wertschätzung, Mitgefühl und respektvolle Kommunikation auf spielerische Weise zu vermitteln. Die Symbolfigur der Giraffe steht dabei für die sogenannte „Giraffensprache“ – eine Sprache des Herzens. Die Giraffe wurde von Marshall B. Rosenberg bewusst gewählt, da sie als größtes Landtier der Welt auch das größte Herz aller Landtiere besitzt und damit sinnbildlich für einen achtsamen und wertschätzenden Umgang miteinander steht.

Das Projekt zeigte eindrucksvoll, wie Kinder bereits im frühen Alter lernen können, Konflikte friedlich zu lösen, Gefühle wahrzunehmen, Bedürfnisse zu verstehen und respektvoll miteinander zu sprechen. Die kleine Babygiraffe Frieda wird die Kinder auch weiterhin im KiTa Alltag begleiten und sie immer wieder daran erinnern, mit Augen zu beobachten, mit dem Herzen zu verstehen und freundlich miteinander zu sprechen.

Impressionen