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Kita St. Ludwig zeigt im Aktionsjahr „Inklusiv in die Zukunft“ der Katholischen KiTa gGmbH, wie Inklusion und Mehrsprachigkeit gelebt werden:Wenn Sprache Brücken bau

Die Kita zeigt auch, wie wichtig das Thema Vorlesen für die Sprachförderung ist
Datum:
21. Sept. 2026
Von:
Ute Kirch/Bischöfliches Generalvikariat Trier

Inklusion beginnt dort, wo Kinder von klein auf lernen, einander mit Offenheit und Respekt zu begegnen – unabhängig von Herkunft, Sprache oder individuellen Voraussetzungen. Deshalb hat die Katholische KiTa gGmbH Saarland anlässlich der diesjährigen Special Olympics im Saarland das Aktionsjahr „Inklusiv in die Zukunft“ ausgerufen. Bei Aktionstagen präsentieren die Kitas unterschiedliche Projekte, die von Bewegung und Sport bis zu Sprachförderung und Raumprogramm reichen. Wie Sprache Begegnungen schaffen und Barrieren abbauen kann, zeigte am vergangenen Freitag die Kita St. Ludwig in Saarlouis unter dem Motto „Sprache verbindet. Inklusion macht es möglich“.

Zu den Gästen zählten unter anderem Pfarrer Ulrich von Plettenberg, Dieter Bohr vom Verwaltungsrat, Thomas Klein, Amtsleiter für frühkindliche Bildung, Schulen und Sport der Kreisstadt Saarlouis, Katrin Baier, pädagogische Gesamtleiterin der städtischen Kitas, Michaela Georgi von der Fachberatung Sprachkitas sowie Gabriele Pfeifer, Fachberaterin des Caritasverbandes Trier.

„Im Mittelpunkt steht die gelebte Vielfalt“, betonte die pädagogische Geschäftsführerin der Katholischen KiTa gGmbH Saarland, Judith Kost. In den Einrichtungen begegneten sich Kinder, Familien und Mitarbeitende mit unterschiedlichen Fähigkeiten, kulturellen Hintergründen, Lebensrealitäten und Glaubensvorstellungen. Diese Vielfalt sei eine Bereicherung und präge den Alltag sowie das pädagogische Handeln. Ziel sei es, „Werte wie Respekt, Wertschätzung und Teilhabe nicht nur zu benennen, sondern im täglichen Miteinander erlebbar zu machen“. Das Motto „Inklusiv in die Zukunft“ beschreibe dabei eine Haltung, „offen zu sein, Verantwortung zu übernehmen, voneinander zu lernen und gemeinsam neue Wege zu gehen“. Sprache komme hier eine besondere Rolle zu: „Sprache verbindet, verbal und nonverbal, durch Augenblicke und Gesten, sie schafft Begegnung und eröffnet Möglichkeiten zur Teilhabe.“ Kost betonte zudem die Verantwortung von Politik und Gesellschaft, Bildungs- und Chancengerechtigkeit zu sichern. Mit den Aktionstagen wolle die Trägergesellschaft gemeinsam mit Partnern aus Kirche, Kommune und Politik darüber ins Gespräch kommen, wie eine inklusive Gesellschaft gestaltet werden könne.

Bereits 2017 haben sich die acht katholischen Kitas in Saarlouis auf den Weg gemacht, zertifizierte Sprachkitas zu werden. „Dieses Ziel haben alle acht erreicht“, berichtete Gesamteinrichtungs-Leiterin Simone Speicher und dankte den Erzieherinnen und Erziehern, die sich an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (htw) dafür weiterqualifiziert haben.

„Bei uns treffen jeden Tag Menschen mit unterschiedlichen Geschichten und Sprachen zusammen – wir sagen hier bewusst: mit Herzenssprachen. Diese Vielfalt macht uns reich. Denn Sprache baut Brücken und hilft uns, füreinander da zu sein“, sagte Standortleiterin Anja Koch. „Sprache ist mehr als Wortschatz. Sprache ist der Schlüssel zur Welt.“ Früher sei es mitunter nicht gern gesehen gewesen, wenn Kinder eine andere Sprache als Deutsch im Kindergarten gesprochen hätten. Dies habe sich gewandelt: „Die besten Dolmetscher sind unsere Kinder“, sagte Koch. Es sei bei der Eingewöhnung eines neuen Kindes extrem hilfreich, wenn es in der Kita auf andere Kinder trifft, die seine Herzenssprache sprechen. „Verbietet man ihnen, in ihrer Herzenssprache zu sprechen, werden sie auch missmutig für die deutsche Sprache“, berichtete Kost, „je mehr sie spüren, dass ihre Herzenssprache respektiert wird, desto mehr Bereitschaft zeigen sie beim Deutschlernen.“

Wie Sprachförderung im Kita-Alltag aussieht, stellte Sprachfachkraft Saskia Schönberger vor: „Wir waren mit Kindern in der Stadt unterwegs und haben Wörterinterviews geführt und Menschen in Geschäften nach ihren Lieblingswörtern gefragt“. Die Kinder sammelten Wörter aus ihrem Lebensumfeld, etwa auf Straßenschildern, Kanaldeckeln oder Mauern. Aus ihren Lieblingswörtern entstanden kleine Geschichten, die in einem Buch veröffentlicht wurden. Auch neue Technik unterstütze den Spracherwerb: Mit einem sogenannten sprechenden Lernstift können Kinder zuvor aufgenommene Wörter, Sätze und Geschichten in verschiedenen Sprachen anhören.

Was Kita-Kinder selbst über Inklusion und Vielfalt denken, machten ihre Aussagen in der Präsentation deutlich: „Manche können besser laufen, manche sitzen im Rollstuhl. Das ist ganz normal.“ Oder: „Unterschiede sind gut, dann weiß jeder, wer wer ist.“ Und: „Voll cool, dass wir alle einzigartig sind.“

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